Strukturprägen

Das Strukturprägen ist eine spezielle Art des Reliefprägens und wird mit Matrize und Patrize realisiert. Das Wesentliche liegt in der Oberflächenstruktur des Prägewerkzeugs, die zu einer feinen Verformung des Bedruckstoffs führt. Die Strukturprägung wird als Heißfolienprägen, aber auch Blindprägen realisiert.

Technischer Hintergrund

Als Präge­werkzeug dienen Matrize und Patrize. Ausge­wähl­te Bereiche beider Werkzeuge werden mit einer raster­artigen Struktur ver­sehen, die geringfügig höher oder tiefer als die übrigen Elemente liegt und durch beide Werkzeuge ausgeformt wird.

Die Grenzen zum Reliefprägen sind fließen.

Unter der Wirkung von Druck und durch das erwärmte Prägewerkzeug können gleichzeitig mit der Verformung Transferschichten einer Prägefolie übertragen werden.

Wirkung

Durch die Licht­brechung an den ober­flächenstrukturierten Prägemotiven wird Einfluss auf den Glanz der Prägung ge­nom­men. Je nach Beleuchtungs- und Betrachtungsrichtung entstehen unterschiedliche Glanz-Matt-Kontraste zwischen den reflektierenden ebenen Flächen und den das Licht streuenden Strukturierungen. Neben dem Brillanz- oder Samtcharakter werden auch haptische Effekte erzeugt.

Einsatzmöglichkeiten

Strukturprägungen sind z. B. auf Visitenkarten, Einladungs­karten, Grußkarten, Urkunden, Zertifikaten oder Menükarten zu finden.

Grenzen

Für die Strukturprägung sind gestrichene und ungestrichene Materialien von möglichst glatter Oberfläche geeignet. Grobe Materialoberflächen (z. B. Gewebe, Ledernarbung) reduzieren die Wirkung von Strukturprägungen, oder die feine Prägestruktur lässt sich gar nicht ausformen. Lackierte und folienkaschierte Bedruckstoffe sind gut geeignet. Bei Heißfolienprägung ist dabei die Prägefolie auf Lack bzw. Folie abzustimmen.

Kosten

Quellen und weiterführende Literatur

[1] Arbeitskreis Prägefoliendruck; Böcher, Hans-Georg (Hrsg.): Prägefoliendruck, Verfahren, Technik und Gestaltung, Heidelberg: Hüthing GmbH & Co. KG, 2005

[2] Beckmann, Till; Morlok, Franziska: Extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung; Birkhäuser Verlag, 2009

[3] Liebau, Dieter; Heinze, Inés: Industrielle Buchbinderei. 3. Auflage. Itzehoe: Verlag Beruf + Schule, 2010

[4] Webseite Arbeitskreis Prägefoliendruck

[5] Webseite Achilles

[6] Webseite Gräfe Druck & Veredelung

Projektpartner